Sonntag, 20. März 2011

Die Bild bildet dir deine Meinung

Jeder von uns wird überflutet mit einem Meer aus Informationen. Fernsehen, Zeitung, Internet, alle kämpfen um die beste Schlagzeile, die besten Einschaltquoten, die meisten Klicks. In dieser Situation ist es am Leser, die Informationen, die er kriegt, zu filtern, seinen kritischen Geist einzusetzen und zu sehn, welchen Quellen er "trauen" kann und welchen nicht.

Leider merke ich viel zu oft, auch heute wieder, dass es vielen nicht gelingt, diese Filterung durchzuführen. Sie glauben alles, was sie so finden, sei es auf dubiosen Internetseiten, die den Untergang der Welt und die Verschwörung der libyschen Revolution propagieren, oder in anderen Schandblättern, die das Mittel der Propaganda gezielt einsetzen um die Leute zu manipulieren.

Ich hatte einen Kontakt bei Facebook, einen Mann den ich schon eine Zeit lang kenne, der es sich in den letzten Wochen zum Hobby gemacht hat, bei politischen Diskussionen online einzusteigen und seine Meinung zu verbreiten. Er hat 20 Links am Tag gepostet, die darüber berichten wie die Taliban und Al-Qaida die Aufständischen in Libyen mit Waffen zuliefern, wie wäre es sonst möglich, dass man im Fernsehn immer nur Revolutionäre mit Kalaschnikows sieht. Andere haben beteuert wie toll Atomenergie ist, und dass der Atommüll mittlerweile wiederverwendet werden kann, dass Erneuerbare Energien (zum Beispiel Kohlekraftwerke....) nur Abschaum sind und wir alle vor einem Energie-Engpass stehn weil diese Atomkraftwerke vom Netz sind.

Dazu kann ich nur den Kopf schütteln. Die Informationen sind aus Quellen die null verifiziert sind, und er glaubt sie ohne auch nur mit der Wimper zu zucken und macht sie zu seiner eigenen Meinung. Versteht mich nicht falsch, eine eigene Meinung zu haben ist eine gute Sache, nur gehe ich keine Diskussionen mehr mit Leuten ein , die mir keine Argumentation vorweisen können die auf Fakten beruht, und nicht auf Schlagzeilen. 

Nachdem ich sein Spiel nun wochenlang beobachte, habe ich ihn noch einmal auf seine Stellung zum Fall Libyen angesprochen. Als er mir dann beteuert hat, dass Gaddhafi falsch verstanden wird und er gar kein Diktator ist, und dass die Leute auf den Straßen auch keine Libyer sind sondern Islamisten sind, und dass die westlichen Länder bei ihrem Einsatz in Libyen schon mehr Leute getötet haben als Gaddhafi in den vergangenen Wochen, habe ich ihn aufgegeben.

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