Freitag, 4. März 2011

Der Islam gehört also nicht zu Deutschland?

Guttenberg ist zurückgetretet, das Kabinett wurde umgestaltet. De Maizière ist also jetzt Verteidigungsminister und Hans-Peter Friedrich ist "Der Neue". Doch gleich zu Beginn macht er sich bei mir, und ich denke auch bei vielen anderen, durch eine Aussage schon mal sehr unsympathisch. Er wiederspricht Christian Wulff in dem Punkt, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Das wäre seiner Meinung nach nicht empirisch belegbar.

Mal sehn ob ich etwas falsch verstanden habe. Im Grundgesetz, Artikel 140, wurden Artikel übernommen, die es schon in der Weimarer Reichsverfassung gegeben hat, welche unter anderem besagen, dass:
- es keine Staatskirche gibt
- die "Freiheit der Vereinigung zu Religionsgesellschaften" gewährleistet ist.

Da stellt sich jetzt für mich die Frage, wie kann eine bestimmte Religion also nicht zu einem Land gehören, wenn Bewohner dieses Landes besagte Religion praktizieren?

Umgedreht würde ich auch gerne wissen, welche Religion seiner Meinung nach denn eine belegte Legitimation hat? Eine Antwortmöglichkeit wäre wohl das Christentum. Aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht weil das Christentum älter ist...: "Ich war als Erstes hier, bätsch!"
Naja, leider läuft es so nicht. Die Anwesehnheit des Islam ist es eine Tatsache, und wer noch immer versucht sie zu leugnen, der belügt sich doch eigentlich nur selber. Ich finde man muss anfangen diese Religion als Möglichkeit zu sehen, den kulturellen Horizont Deutschlands zu erweitern, nur leider merkt man viel zu oft, dass die Menschen lieber ihren beschränkten, gewöhnlichen Horizont behalten, anstatt sich für "neue" Sachen zu interessieren. Und da Politiker ja auch (zum Teil) Menschen sind, merkt man es halt auch bei denen.
Schade, eigentlich.

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